Aktuelle Berichte - Elisabeth-Verein Pottenstein e.V.

Elisabeth-Verein Pottenstein
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Nordbayerische Nachrichten, Mittwoch, Juli 14, 2019    

Verein will der Trauer Raum geben  
In Pottenstein finden jene, die in Not sind, künftig Ansprechpartner und Hilfe in einem neuen Innenstadt-Laden.

VON JULIAN SEIFERTH, POTTENSTEIN.
Es gibt einen neuen Laden in Pottensteins Innenstadt. Doch anders als  bei den meisten anderen geht es hier nicht ums Geld – zumindest nicht  vorrangig.
Wer in das  kleine Geschäft in der Hauptstraße 3 kommt, der sieht zwei Frauen, die  entspannt an einem kleinen  Tisch mitten im Raum sitzen. Die beiden  stellen sich als Andrea Eichenmüller, die Vorsitzende des  Elisabethvereins, und ihre Stellvertreterin  Monika Blechschmidt vor.  „Wir wollen in diesem Laden ein niederschwelliges  Gesprächsangebot  schaffen",  erklärt Eichenmüller. Neben dem Geschäft dient der Raum also  noch in anderer Funktion – mehr Treffpunkt als Geschäftsstelle.
„Die Geschichte", so die 50-jährige Andrea Eichenmüller, „geht nicht  mit der Eröffnung des Ladens am 1. Juli los, sondern vor elf Jahren." Damals feierten  die Pottensteiner gerade das 780. Jubiläum des Aufenthalts  der heiligen  Elisabeth auf der Burg. Im Zuge dieser Feier gründete  sich der Elisabethverein, der es der Legende der Heiligen gleich tun  und sich für Menschen in Not einsetzen will – speziell für alte Menschen  und jene, die trauern. „Daher haben wir auch unseren Slogan: Dem Leben  die Hand reichen, auch über den Tod hinaus",  erklärt Andrea  Eichenmüller.
Der  Verein will der Trauer Raum geben. „Für Trauernde ist es schwer in  unserer Gesellschaft, gerade dann, wenn es um einen nahestehenden  Menschen geht oder der Tod plötzlich  kam. Das macht den Abschied noch  schwerer", sagt die Vorsitzende.  Auch Demenz sei ein Thema. Dazu biete  der Verein unter anderem Vorträge und Seminare an.
  In den Räumen, in denen Eichen  müller  bis vor kurzem noch den Bioladen  betrieb, ist nun nichts mehr  Bio. Der Verein verkauft hier kleine Geschenke, Handreichungen,  Glückwunsch-  und Trauerkarten. Oder, wie es die stellvertretende  Vorsitzende  Monika Blechschmidt formuliert: „Wir verkaufen  Kleinigkeiten, die Freude machen. Wie  Elisabeth gesagt hat: ,Wir sind auf dieser Welt, um die Menschen froh zu  machen‘". Die Einnahmen aus dem Geschäft fließen  komplett in die Vereinsarbeit. „Wir sind ein Verein von Ehrenamtlichen,  der sich sonst aus Spenden und Mitgliedsbeiträgen  finanziert", erklärt  die 50-Jährige. Der Elisabethladen sei eine weitere Einnahmequelle, aus  welcher der Verein seine gemeinnützigen  Aktionen finanzieren wolle, so  die Vorsitzende: „Wir bieten am 14. September einen Ausflug zum  Brombachsee an, inklusive An- und Abreise und einer Schifffahrt. Das  ist mit den fünf Euro, die wir verlangen, nicht   gedeckt", rechnet Andrea Eichenmüller vor, deren Verein inzwischen  über 80 Mitglieder zählt.

Christlich geprägt
 „Wir bringen natürlich alle unterschiedliche  Hintergründe mit, aber  sind ein vom christlichen Menschenbild  geprägter Verein", sagt Andrea  Eichenmüller. Gerade für Konfessionslose  sei das Trauern noch härter.  „Für die wollen wir natürlich auch da sein", betont Andrea Eichenmüller  mit einem Lächeln.
Und genau dazu soll der Laden auch dienen: „Wer mit uns sprechen will oder unsere Hilfe braucht, findet uns hier."
 
  
So haben sie sich das vorgestellt: Andrea  Eichenmüller (rechts) und Monika Blechschmidt (links) kommen im  Elisabeth-Laden mit Passanten ins Gespräch.
Foto:   Julian   Seiferth
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